Kaiserstrassenfest Drasenhofen

30. und 31. Mai 2015 – Kaiserliches Regionsfest

Die Schlesische Straße

Aufstieg im Mittelalter

Nach den Stürmen der Völkerwanderungszeit begann im Mittelalter wieder der Handel zwischen Nord und Süd, Mikulov/Nikolsburg und Brno/Brünn entwickelten sich zu wichtigen Geschäftszentren in der Markgrafschaft Mähren. Der alte Handelsweg führte nun nicht mehr nach Carnuntum, sondern überquerte bei Wien die Donau. Als „Schlesische Straße“ verband er Wien mit Mähren und den polnischen Städten.

Im 16. Jhdt. herrschte reges Treiben auf dieser Route. Gekrönte Häupter wie 1583 Kaiser Rudolf II. zogen mit ihrem Tross durch das Weinviertel. Auch neue Ideen kamen auf dieser Verkehrsader in die Region. Die Zeit der Reformation war auch hier eine Epoche des Umbruchs. Die Fünfkirchner, die mächtigsten Grundherren der Gegend, traten zum neuen Glauben über. Doch um 1600 setzte auch im Weinviertel die katholische Gegenreformation ein.

Kriegerische Zeiten

Freiherr Johann Bernhard von Fünfkirchen, Bauherr des Familienschlosses in Steinebrunn, spürte die Trendwende und beschloss seine Güter zu verkaufen um sich eine neue Existenz im toleranteren Böhmen aufzubauen. Im Jahre 1602 verkauft er auch sein „Wirtshaus an der Straße“ an die Gemeinde Drasenhofen. Dieses muss sehr gut besucht gewesen sein, denn der Verkaufspreis betrug die Summe von 2000 rheinischen Gulden! Es besteht noch heute – als Gemeindegasthaus von Drasenhofen.

Johann Bernhard von Fünfkirchen brachte der Verkauf seiner Güter kein Glück. Er beteiligte sich am Prager Fenstersturz, der böhmische Aufstand wurde aber in der Schlacht am Weissen Berg 1620 niedergeschlagen. In Festungshaft im böhmischen Zbirof starb, seine Familiengüter enteignet. Erst 1647 erhielt sein Sohn Johann Sigismund Gut und Schloss Steinebrunn zurück.

Der 30-jährige Krieg verheerte auch das Weinviertel. Entlang der schlesischen Straße zogen nun nicht friedliche Händler, sondern kaiserliche und schwedische Soldateska. Viele Dörfer fielen den Verwüstungen zum Opfer und es dauerte Jahrzehnte bis sich die Gegend erholte.

Im Türkenkrieg 1683 wurde die Bevölkerung wieder Zeuge welthistorischer Ereignisse – am 31. August zog König Jan Sobieski von Polen mit seinen Truppen durch Drasenhofen um das belagerte Wien zu befreien.

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